Wissenswertes zur Imkerei

 

Wie entsteht Honig

Nektar und Honigtau, beides zuckrige Pflanzensäfte, sind die Vorstufen des Honigs. Die Bienen sammeln sie auf der Suche nach Nahrung für sich und ihr Volk. 
Den Nektar holt die Sammelbiene mit ihrem Saugrüssel direkt aus der Blüte – den süßen Saft produzieren die Pflanzen eigens, um Insekten wie die Bienen als „Bestäubungshilfe” anzulocken.
Honigtau dagegen sammeln die Bienen als Tropfen auf Blättern und Nadeln ein. Er ist ein Ausscheidungsprodukt von Pflanzensaugern wie z. B. Rinden- oder Schildläusen, die Bäume anstechen, um ihren Saft auszusaugen.

Bis zu fünf Millionen Blüten müssen die Bienen anfliegen, um Nektar für ein Kilo Honig zu sammeln. Das sind rund 60.000 Ausflüge vom Bienenstock und zurück – was einer Flugstrecke von sechs Erdumrundungen entspricht! 
Zunächst saugt die Sammelbiene mit ihrem Rüssel den Nektar aus den Blüten oder nimmt Honigtau auf und speichert ihn in ihrer Honigblase. Dann geht es ab in den Bienenstock. Schon auf dem Weg dorthin beginnt die Umwandlung der Flüssigkeit durch Zugabe von körpereigenen Säften in Honig.
Im Bienenstock angekommen, übergibt die Biene ihr süßes Sammelgut an eine Stockarbeiterin.

Das Eindicken des Honigs ist nun Aufgabe der Stockbienen. Denn bevor der Honig in den Zellen der Waben eingelagert werden kann, muss der zunächst sehr hohe Anteil an Wasser verdunsten. Dazu schlägt eine Stockbiene den von der Sammelbiene übernommenen Honigtropfen mehrfach hin und her, saugt ihn zwischen durch immer wieder auf und lässt ihn austreten. Dabei wird der Honig auch mit Enzymen angereichert, die den in Nektar oder Honigtau enthaltenen Rohrzucker in Frucht- und Traubenzucker aufspalten. Diese Aufspaltung, auch Invertierung genannt, macht den Honig für uns so leicht verdaulich.

Der Honig ist reif, wenn er von den Stockbienen in einer Wabenzelle eingelagert und diese mit einem Wachsdeckelchen verschlossen wurde. Jetzt kann er vom Imker geernet werden. Dazu muss der Imker die Waben wieder „entdeckeln”, d. h. die Wachsschicht entfernen. Der Honig wird dann in einer Zentrifuge, der Schleuder ohne Wärmezufuhr aus den Waben herausgelöst.  

 

 

 

Jeder Honig ist klar und dickflüssig, wenn der Imker ihn aus den Waben schleudert. Und jeder Honig bildet irgendwann Kristalle, die ihn milchig und fest werden lassen. Doch es hängt von der Honigsorte ab, wann dieser Prozess der Kristallisation einsetzt – nach drei Tagen schon wie etwa beim Kleehonig oder erst nach Monaten wie beim Akazien- oder Tannenhonig.


Die entscheidende Rolle spielt dabei das Verhältnis der beiden Zuckerarten Glucose und Fructose zueinander. Je mehr Glucose, also Traubenzucker, ein Honig enthält, desto schneller bilden sich Kristalle. Je mehr Fructose, also Fruchtzucker, enthalten ist, desto länger bleibt der Honig flüssig.

Weil das Fructose-Glucose-Verhältnis für jede Honigsorte relativ konstant ist, dient es übrigens auch als Nachweis für die botanische Herkunft eines Honigs.

Honig, der kristallisiert, bildet oft sehr grobe Kristalle und wird so hart, dass er sich nicht mehr streichen lässt. Stetiges langsames Rühren mit einem speziellen Rührgerät während der Kristallisation verleiht dem Honig dagegen eine feincremige, streichfähige Konsistenz. Seine wertvollen Inhaltsstoffe werden dabei in keiner Weise verändert oder beeinträchtigt.

Bis zu 30 verschiedene Zuckerarten, etwa 180 nachgewiesene Begleitstoffe und natürlich Wasser – dies sind die Zutaten, aus denen die Natur den Honig mischt.
Bei den Zuckerarten sind vor allem Fructose und Glucose von Bedeutung. Ihr Verhältnis zueinander entscheidet unter anderem darüber, wie schnell ein Honig kristallisiert. Sowohl Fructose als auch Glucose sind Einfachzucker und daher für den menschlichen Organismus besonders leicht verdaulich.

An Begleitstoffen sind im Honig unter anderem organische Säuren wie Ameisensäure und Milchsäure enthalten. Außerdem Fermente, Vitamine, Aromastoffe und Mineralien wie Kalzium, Eisen, Magnesium und Phosphor.

Eine Besonderheit des Honigs sind zudem seine natürlichen antibiotischen Wirkstoffe, die unter dem Sammelbegriff „Inhibine” zusammengefasst werden.

Ein kleines Wunder der Natur ist jedes Gramm Honig. Süß, köstlich und dabei mit einer solchen Vielfalt an wertvollen Inhaltsstoffen ausgestattet wie nur wenige andere Lebensmittel. Und vor allem: Honig war und ist ein reines Naturprodukt.

Die Honigverordnung des deutschen Imkerbundes legt ausdrücklich fest, dass dem Honig, so wie ihn die Bienen erzeugen, „weder Stoffe zugesetzt, noch honigeigene Bestandteile entzogen werden” dürfen. Jeder Honig, der in Deutschland gekauft werden kann, muss den Richtlinien der deutschen Honigverordnung genügen. Diese Richtlinien sowie die Kontrolle ihrer Einhaltung sind in Deutschland zum Teil deutlich strenger als anderswo.

Etwa 90.000 Tonnen im Jahr, das sind ungefähr 1,1 Kilo pro Kopf – in Deutschland wird so viel Honig gegessen wie in keinem anderen europäischen Land. Mit deutschem Honig allein wäre dieser Appetit bei weitem nicht zu stillen. Nur etwa 20 Prozent des jährlichen Verbrauchs können die heimischen Imker mit der Produktion ihrer Bienenvölker decken. 

Die Sortenvielfalt wird durch die nötige Einfuhr von Honig bereichert. So sammeln die Bienen in Deutschland vorwiegend Nektar für Sommerblütenhonig, Rapshonig, Waldhonig und Heidehonig. Andere Köstlichkeiten wie Akazienhonig, Kastanienhonig oder Lavendelhonig stammen zum Beispiel aus Ungarn, Italien oder Frankreich. Im mexikanischen Hochland werden außergewöhnliche Bergblütenhonige geerntet, aus den unberührten Weiten der kanadischen Wildnis stammt der Kleehonig. Unabhängig von der Herkunft gilt eines immer: Jeder Honig, der in Deutschland verkauft wird, muss der deutschen Honigverordnung entsprechen.

 

Honig Beschreibung

ob als Brotaufstrich oder zum Süßen von Getränken und Speisen, Honig ist aus der Küche nicht mehr wegzudenken. Alle Gerichte, auch Eintöpfe, erhalten durch die Zugabe von Honig eine geschmackliche Abrundung und sind sehr viel bekömmlicher. Auch die Medizin hat den Honig mit seiner antibakteriellen und antiseptischen Wirkung wider entdeckt. So Erkenntnisse von Dr. Arne Simon und Kai Sofka aus der Universitäts-Kinderklinik Bonn.

Unsere Bienen sammeln bei Ihren Ausflügen fleißig Nektar und füllen ihn in Ihren Honigmagen. Für 1 kg Honig müssen die Bienen bis zum 60.000 mal ausfliegen und dabei mehrere Millionen Blüten besuchen. Eine meisterliche Leistung, der wir nur mit Hochachtung begegnen können. Auf dem Weg von der Blüte zum Bienenstock entzieht die Biene dem sehr wässrigen Nektar ein Teil des Wassers und setzt zeitgleich körpereigene Stoffe hinzu. Im Bienenstock angekommen übergibt die Flugbiene den bereits vorbehandelten Nektar an Stockbienen, die ihrerseits den Nektar weiter eindicken und auch körpereigene Stoffe hinzufügen. Die meisten unserer Fruchtbildenden Kulturpflanzen ( z.B. Apfel, Birne usw. aber auch Gurken und Tomaten ) sind von der Bestäubung durch Insekten abhängig. Bei all Ihrer eifrigen Tätigkeit greifen die Bienen in keinen anderen Lebensraum störend ein.

 

Bei der Entstehung von Honig spielen besammelte Pflanzenarten, das Klima, das Wetter und die Bodenbeschaffenheit eine große Rolle. Generell werden Honige nach ihrer Pflanzenherkunft unterschieden. Ein Honig mit einer bestimmten Pflanzenbezeichnung muss mindestens zur Hälfte von dieser Pflanzenart stammen. Blütenhonige stammen überwiegend aus dem Nektar verschiedener blühender Pflanzen. Honigtauhonig oder Waldhonig bestehen hauptsächlich aus Sekreten von Blattinsekten.

 

Das Bienenvolk

 

Wären es Menschen, bräuchten sie schon eine mittlere Kleinstadt zum Leben: Zwischen 30.000 und 60.000 Bienen (in einigen Fällen sogar bis zu 80.000) bewohnen im Sommer gemeinsam einen Bienenstock und bilden damit ein Volk. Und zwar ein Volk mit beeindruckender Staatsorganisation: In einem engen sozialen Gefüge hat jede Biene ihre Aufgabe; ein perfektes Zusammenspiel vieler Funktionen.

Die Königin steht an der Spitze des Bienenvolkes – ohne sie geht gar nichts. Sie legt nicht nur als einzige die Eier, das können bis zu 2000 pro Tag sein, sondern trägt nach ihrem Hochzeitsflug mit den Drohnen(nach neusten Erkenntnissen bis zu 20 Drohnen) auch noch für drei bis vier Jahre den Spermienvorrat in sich, mit dem die Eier befruchtet werden können. Die Königin ist die größte Biene im Stock und kann vier bis fünf Jahre alt werden.  

 

Die Drohnen, die männlichen Bienen, erfüllen ausschließlich den Zweck der Fortpflanzung. Zwischen 500 und 2.000 von ihnen leben in einem Stock – und jeweils nur einem Sommer lang. Haben sie ihre Lebensaufgabe, die Begattung junger Königinnen, erfüllt, werden sie im Herbst in der „Drohnenschlacht” aus dem Stock vertrieben. Drohnen sind größer und pelziger als Arbeiterbienen und haben auffällig große Augen. Sie können sich nicht selbst ernähren und sind mangels Giftstachel auch relativ wehrlos.

Die Arbeiterinnen sind für Brutpflege, Wabenbau und Honigproduktion verantwortlich. Sie sind damit die vielseitigsten Bienen im Stock. In der ersten Lebenshälfte sind sie im Inneren des Stocks beschäftigt, in der zweiten Lebenshälfte fliegen sie aus, um Nektar und Pollen zu sammeln. Alt werden sie jedoch nicht: 35 Tage kurz ist das Leben einer Sommerbiene; nur jene Bienen, die mit der letzten Brut im Oktober schlüpfen, überwintern gemeinsam mit der Königin im Stock.

 

Alltag im Bienenstock

Eier legen – so einfach und so anstrengend sieht der Arbeitsalltag der Königin nach der Winterpause aus: etwa 2.000 winzige Eier täglich, bis zu 120.000 im Jahr. Die Königin ist dabei täglich im Stock unterwegs, von Arbeiterinnen gefüttert, geputzt und umsorgt, um ihre Eier in immer neue freie Wabenzellen zu platzieren.

Die Brutpflege ist Aufgabe der Arbeiterbienen. Aus den Eiern der Königin schlüpfen Maden, und die haben Hunger. Die Arbeiterinnen schaffen Honig und Pollen als Nahrung in die Brutzellen, außerdem Gelée Royal, einen speziellen, von den Bienen produzierten Futtersaft. Nachdem die Maden sich verpuppt haben, verschließen die Arbeitsbienen die Brutzellen mit einem Wachsdeckel, den die ausgewachsene Biene beim Schlüpfen durchbrechen muss.

Bauarbeiten aller Art im Stock sind ebenfalls Sache der Arbeiterinnen. Dazu besitzen sie acht Wachsdrüsen an ihrem Hinterleib, die winzig kleine Wachsplättchen absondern. Mit ihren Mundwerkzeugen verarbeiten die Bienen die Wachsplättchen zu sechseckigen Wabenzellen, in denen sie Honig, Blütenpollen oder Eier und Maden unterbringen.

Sauberkeit wir groß geschrieben im Stock – zuständig sind die jungen Arbeiterinnen. Sie putzen die Brut- und Honigzellen und entfernen alle Fremdkörper aus dem Stock. Dazu gehören auch tote Bienen des eigenen Volkes. Sterben größere Honigräuber, etwa Mäuse, im Stock, überziehen die
Bienen sie mit Kittharz, so dass sie mumifizieren.

Klimaanlage – Um eine für Waben, Honig und Brut ideale Temperatur von zirka 35 Grad Celsius im Stock aufrecht zu erhalten, kann es nötig sein, zu kühlen oder zu heizen. Zur Kühlung überziehen die Arbeiterbienen die Waben mit einem Wasserfilm und fächeln bis zu 200 mal pro Minute mit ihren Flügeln darüber. Bei zu großer Kälte im Stock bilden die Bienen mit ihren Körpern einen Wärmevorhang vor den Brutwaben.

Keine Arbeit haben die Drohnen im Bienenstock – ihr Beitrag, die Fortpflanzung, spielt sich außerhalb ab. Drohnen sind dafür recht hilflos: Sie haben keinen Stachel und können auch nicht selbstständig fressen.

 

Außerhalb vom Stock

 

Wachdienst - Sicherheit gegenüber äußeren Feinden ist überlebenswichtig für das Bienenvolk. Zuständig sind Arbeiterbienen in ihrer dritten Lebenswoche: Als Wächter stehen sie am Eingang des Stocks und untersuchen dort jede anfliegende Biene, ob sie zum eigenen Volk gehört. Dazu werden Geruch und Verhalten überprüft. Fremde Insekten wie Wespen oder Hornissen oder sogar größere Honigräuber wie Mäuse werden erfolgreich vertrieben. Dabei setzen Bienen auch ihren Giftstachel ein. Allerdings: Einen Stich in die plastische Haut z. B. von Menschen überlebt die Biene nicht. Ihr Stachel bleibt wegen seiner Widerhaken stecken und reißt der fliehenden Biene den gesamten Giftapparat aus dem Körper – eine tödliche Verletzung. Aus der Chitinpanzerung feindlicher Bienen, Wespen oder Hornissen dagegen lässt sich der Stachel unbeschädigt herausziehen.

Sammeldienst - Nektar, Honigtau und Pollen einzusammeln ist die Hauptbeschäftigung einer Arbeitsbiene von ihrem 20. Lebenstag an. Etwa 4.000 Blüten fliegt eine Biene an jedem Arbeitstag an. Mit ihrem Saugrüssel saugt sie süßen Nektar in winzigen Portionen aus den Blütenkelchen und lagert ihn in ihrem Magen ein, ebenso den Honigtau, eine zuckrige Flüssigkeit, die Blattläuse auf Nadeln und Blättern absetzen.
Außerdem sammeln die Bienen vitamin- und eiweißreichen Blütenstaub, den Pollen, der in Form kleiner „Höschen” an ihren Hinterbeinen festklebt. Sowohl Nektar als auch Pollen dienen der Ernährung des Bienenvolkes.

Wichtiger Nebeneffekt der Sammelei: die Befruchtung der Blüten. Denn die Bienen bringen den Pollen, das männliche Produkt der Staubgefäße, mit der Narbe des Stempels, dem weiblichen Teil der Blüte, in Kontakt. So sind zum Beispiel die Erträge von Obstgärten, in denen Bienenvölker stehen, erheblich größer.

Übrigens: Hat eine Biene eine ergiebige Quelle für Nektar oder Honigtau entdeckt, kann sie dies ihren Stockgenossinnen mitteilen. Ihre Bienensprache basiert auf „Tanzformationen”, die unter anderem Entfernung und Himmelsrichtung der Nahrungsquelle weitergeben.

 

Wer wird Was

 

Wer was wird im Bienenvolk hängt von drei Faktoren ab: vom Vater, vom Futter und von der Form der Wabenzelle, in der ein Ei heranreift. Da die Königin allein alle weiblichen Eier und auch alle beim Hochzeitsflug „eingesammelten” männlichen Spermien bei sich trägt, kann sie gezielt befruchtete und unbefruchtete Eier legen. Aus unbefruchteten werden innerhalb von 24 Tagen Drohnen – vaterlose Gesellen somit.

Bei einem befruchteten Ei gibt es wiederum zwei Möglichkeiten: Es kann sich zu einer neuen Königin oder zu einer Arbeiterin entwickeln.

Soll es eine Königin werden, wird das Ei in eine spezielle Wabenzelle, die Weiselzelle, gelegt: Sie ist rundlich, deutlich größer und hängt nach unten. Außerdem wird eine zur Königin bestimmte Biene während ihrer gesamten 15tägigen Entwicklung ausschließlich und reichlich mit Gelée Royal gefüttert.

Soll aus dem Ei dagegen eine Arbeiterin werden, reift es insgesamt 21 Tage in einer normalen sechseckigen Wabenzelle heran. Nur während der ersten drei Entwicklungstage wird die zukünftige Biene mit Gelée Royal gefüttert, danach wird die Ernährung vorwiegend auf Honig und Pollen umgestellt.

 

Nachfolgeregelung

 

Ausschwärmen – Ab Ende Mai bereitet sich das Bienenvolk auf das Ausschwärmen vor. Die Königin legt befruchtete Eier in spezielle Brutzellen, die Weiselzellen. Die Maden werden nach dem Schlüpfen ausschließlich mit Gelée Royal gefüttert und so zu neuen Königinnen herangezüchtet. Sind sie schlupfreif, verlässt die alte Königin mit etwa der Hälfte ihres Bienenvolkes den Stock, um sich eine neue Bleibe zu suchen.

Die neue Königin im alten Stock wird diejenige Königinbiene, die als Erste aus ihrer Zelle schlüpft. Denn sie tötet sofort nach dem Schlüpfen alle weiteren königlichen Schwestern mit ihrem Giftstachel ab.

Hochzeitsflug – Hat die neue junge Königin ihre Position gesichert, muss sie sich um ihren Nachwuchs kümmern. Drohnen aus dem eigenen Stock kommen wegen der nahen Verwandtschaft für die Paarung nicht in Frage; die Königin entfernt sich auf ihrem Hochzeitsflug im Spätsommer oft kilometerweit von ihrem Stock. Es gibt regelrechte Paarungstreffpunkte, an denen alljährlich die Drohnen aus den Bienenstöcken der Umgebung auf die jungen Königinnen warten. Mit einem speziellen Lockstoff macht eine Königin auf sich aufmerksam und paart sich bis zu zwanzigmal mit verschiedenen Drohnen. Für die Königin der Beginn einer langen Zeit des Eier Legens, denn die auf dem Hochzeitsflug eingesammelten Spermien – bis zu sieben Millionen – reichen für drei bis vier Jahre aus. Den Drohnen dagegen bringt der Hochzeitsflug den Tod: Sie sterben nach der Übergabe der Spermien.

Drohnenschlacht – Jene Drohnen, die nicht ohnehin nach einer Paarung sterben mussten, werden im Herbst als überflüssige Esser aus dem Stock geworfen. Da sie weder Stachel noch Gift besitzen, können sie sich kaum wehren und verhungern außerhalb des Stocks innerhalb kurzer Zeit. Mit dem derart reduzierten Personal richten sich Königin und Hoftstaat auf die Winterpause ein. 

Wenn die Königin stirbt ... erkennen die Arbeiterbienen dies innerhalb einer halben Stunde am Ausbleiben des Königinnenduftes. Die Bienen im Stock werden unruhig, suchen und beginnen dann in ihrer Betriebsamkeit zu erlahmen – als wüssten sie, dass das Volk ohne Königin zum Tode verurteilt ist. Manchmal legen einzelne Arbeiterinnen unbefruchtete Eier, die sich, wenn überhaupt, jedoch nur zu Drohnen entwickeln können.

Die einzige Überlebenschance für das Volk: Aus einem verbliebenen befruchteten Ei der toten Königin können die Arbeiterinnen eine neue Königin züchten. Dafür vergrößern sie die ursprüngliche normale Wabenzelle zu einer Weiselzelle und füttern die kleine Made ausschließlich mit Gelée Royal.